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„Lichtgrenze“ – Wort des Jahres 2014 und Helene Fischer

… die GfdS – Gesellschaft für deutsche Sprache e. V.  hat das Wort des Jahres 2014 gewählt. „… Für die Auswahl der Wörter des Jahres entscheidend ist dabei nicht die Häufigkeit eines Ausdrucks, sondern vielmehr seine Signifikanz und Popularität: Die Liste trifft den sprachlichen Nerv des sich dem Ende neigenden Jahres und stellt auf ihre… Read More

25 Jahre Mauerfall – Abendspaziergang

Glücklicherweise wurde der Bahnstreik vorzeitig beendet, so dass ich am Samstagabend mit der S-Bahn zum Hauptbahnhof fahren konnte. Von dort ging mein Abendspaziergang entlang der Lichtgrenze  durch das Regierungsviertel bis zum Brandenburger Tor.

Vermutlich war dies die Strecke mit der weltweit höchsten Handycam und Stativdichte an diesem Abend.

Anbei Impressionen von meinem Spaziergang entlang der Lichtgrenze.

 

KOMATSU 09.11.2014 im LIDO, Berlin

25 Jahre nach dem Mauerfall. Menschenmassen drängeln sich auf der Oberbaumbrücke.  Glücklicherweise fiel die aus tausenden Lichtballons erstellte „Lichtgrenze“ pünktlich, so dass  keine Mauer dem Gang  ins LIDO im Weg stand.

Geladen hatte  der Meister des Stoner und Desert Rock’s John Garcia (ex KYUSS) .
Als 1. Supportband hatte er KOMATSU aus den Niederlanden mitgebracht.  Gitarre, Bass, Gesang, Schlagzeug.
Benötigt man mehr um das Publikum mit einer Mischung  aus  Stoner Rock  und frickeligem Metal  zu begeistern?  Nein.

Geht das überhaupt „Stoner Rock und frickelig? Ja.
Es geht  sogar ganz hervorragend.

Im Anschluss des Konzerts stand der Erwerb des aktuellen Silberlings  „Manu Armata“ und ein interessantes Gespräch mit dem Bassisten Martijn Mansvelders.  Das nächste Album ist ist in Planung.

Neuigkeiten von den Niederländern gibt es auf Twitter @komatsurock  oder auf  www.komatsurock.com.

Otto Piene – More Sky

 

Diashow? Multimedia-Performance? Egal.

Mehr als 1000 handbemalte Dia’s  des ZERO-Künstlers Otto Piene wurden in der Neuen Nationalgalerie (Berlin) im Rahmen einer ca. 20 minütigen Projektion präsentiert.

Sehr eindrucksvoll. Kultur bei freiem Eintritt.

 

Ai Weiwei – Evidence

 

Donnerstagvormittag am Martin-Gropius-Bau in Berlin. Keine Warteschlange. Gibt’s das wirklich? Also sofort hinein in die „Evidence“ betitelte Ausstellung des chinesischen Künstlers und Regimekritikers Ai Weiwei.

In seinen Werken setzt er sich u. a. mit der chinesischen (Kultur)Geschichte und Tradition im Gegensatz zur industriellen, konsumorientierten Gegenwart auseinander. Ein  weiterer Themenschwerpunkt, verbunden mit seiner Inhaftierung und seinem Hausarrest, ist die eingeschränkte Möglichkeiten der freien Meinungsäußerung in China.

In der großen Halle des Gropius-Baus die Großinstallation „Hocker“.  Dies ist vermutlich der Teil der Ausstellung, der am Häufigsten in den Medien gezeigt wurde.  In Natura ein richtig interessanter und faszinierender Anblick, der durch Filme oder Fotos nur bedingt wiedergegeben wird.

Mehr als 6.000 in chinesischen Dörfern gesammelte Holzschemel aus der Ming- und Qing-Dynastie ergeben in ihren unterschiedlichen Farben, Formen und (Ab)nutzungsgraden eine sehr interessante und sehenswerte Oberfläche.  Laut Audioguide gehört solch ein komplett aus Holz gefertigter Hocker zum Standardinventar eines chinesischen Haushalts und zeichnet sich durch seine Robustheit aus (sonst gäbe es diese Hocker vermutlich auch nicht mehr).

Gestapelte Stühle, eine Kommode. Sehen ziemlich neu aus. Es handelt sich dabei aber um (sehr) alte Möbelstücke, deren Oberfläche ganz fein abgeholt wurde.  Aus „alt“ macht „neu“ – allerdings verbunden mit dem Verlust der Geschichte (Patina, Gebrauchsspuren) und der Authentizität.

„Coloured Vasen“: Alte, chinesische Vasen im Metallic-Glanz. Tradition trifft Gegenwart und die Vasen auf die Metalliclackierung von BMW und Mercedes-Benz.

„Flusskrabben“ (aus Porzellan) und „Schuldschein“ beziehen sich auf die Zerstörung von Ai Weiwei’s  Atelier durch die Shanghaier Stadtregierung und den Vorwurf der Steuerhinterziehung. Als die Aufforderung ein Bußgeld in Millionenhöhe zu zahlen im „Web“ bekannt wurde, „liehen“ ihm mehrere tausend Unterstützter einen Großteil des Geldes. Als Reaktion darauf entstanden diese Schuldscheine mit denen hier Räume tapeziert wurden.

Passend dazu auch die Anordnung diverser Computer, Hardware und Büromaterialen des Werks „untitled“.  Bei einer Razzia in seiner Firma wurde die Büroausstattung als „Beweismaterial“ konfisziert.

Mit mehreren Werken setzt sich Ai Weiwei mit dem  Erdbeben in  der Provinz Sichuan (2008) . Durch Korruption und Pfusch am Bau kamen dabei Tausende Schüler  in einstürzenden Schulen ums Leben.

Dies ist nur ein kleiner Ausschnitt der sehr interessanten Ausstellung, die auch einige Videoprojekte umfasst. Am Besten selber besuchen.

Das Fotografieren ist ohne Blitz erlaubt. Sehr empfehlenswert ist m. E. die Nutzung des Audioguides.